TSV Steppach e.V. 1888

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Knieverletzung

Mein Knie tut weh!

Ist Sport doch Mord? Nur die Teenies erinnern sich nicht mehr an die Rumpfbeugen, die Klappmesser, vor allem aber an die Kniebeugen des früheren Schulturnens.
Bei einer Kniebeuge drückt immerhin das 7,5-fache Körpergewicht auf die Kniegelenke. Bei einem erwachsenen Mann mit einem durchschnittlichen Gewicht von 80 Kilogramm sind das 600 Kilogramm. Der Verschleiß am Knorpel der Kniescheibe ist vorprogrammiert.
Das Knie ist an fast jeder körperlichen Bewegung beteiligt. Deshalb ist es von Sportverletzungen besonders oft betroffen. Knapp ein Drittel der jährlich etwa 500000 Sportverletzungen in Deutschland betreffen das Knie. Es muss nicht erst ein Sturz beim Skifahren sein: Auch durch eine falsche Technik beim Joggen kann man das Knie ernsthaft schädigen.

Etwa 30 Prozent aller joggenden Freizeitsportler klagen über einen dumpfen Schmerz unter der Kniescheibe, der beim Laufen auftritt. Grund ist häufig falscher Muskelaufbau: Ist die Oberschenkelmuskulatur an der Außenseite kräftiger als an der Innenseite, wird das Knie einseitig belastet. Der Knorpel im Kniegelenk reibt sich ab. Der Oberschenkelknochen scheuert dann am Schienbeinknochen. Langfristig kann es zu Arthrose kommen - dann ist oft ein künstlicher Gelenkersatz nötig.

Ein anderer Grund für Schmerzen im Knie kann die Beinstellung sein. Stark ausgeprägte X- oder O-Beine führen dazu, dass Knie oder Unter- und Oberschenkelknochen beim Sport zu stark belastet werden. Diese Problematik kann zu Knochenbrüchen wegen Übermüdung führen! Um dem zuvorzukommen, sei oft ein operativer Eingriff nötig, um die Beinstellung zu korrigieren.

Was von alledem habe ich nun?

* eine Verstauchung?
* eine Kreuzbandverletzung?
* einen Knorpelschaden?
* einen kaputten Miniskus?
* einen Gichtanfall?
* eine Schleimbeutelentzündung?
* eine Gelenkknorpelentzündung?
* eine Arthrose im Kniegelenk?
* Rheuma?
* eine Sehnenreizung?
* einen Bluterguss im Knie?
* oder was ganz anderes?

Und was soll ich tun?

* Zu welchem Arzt soll ich gehen?
* Brauche ich ein Röntgenbild?
* Was sagt mir die Kernspintomographie?
* Soll ich mich operieren lassen?
* Was ist eine Gelenkspiegelung?
* Gibt es Knorpelaufbaupräparate?
* Darf ich joggen?
* Wann kann ich wieder Fußball spielen?
* Bringen Spritzen ins Knie etwas?

Zu diesen und anderen Themen fand am 22.10.2002 ein Vortrag im Sportzentrum des TSV Steppach statt. Hier das Skript dazu.

Skript zum Vortrag "Mein Knie tut weh!"

gehalten von Dr. med. Thomas Brückmann am 22.10.2002 im Sportzentrum des TSV Steppach

Was ist der Unterschied zwischen dem Knorpel im Knie und dem Geld auf dem Bankkonto?
- das Geld kann mehr werden.

Das Knie muss im Stehen stabilisieren, beim Laufen aber gut beweglich sein

Arthrose = Knorpelschwund

Innenmeniskus und Außenmeniskus wirken als Puffer
Meniskus = halb weich und halb hart, verletzungsanfällig

Kniescheibe hat nur Kontakt mit Oberschenkel, dient zur besseren Halterung beim Strecken, wird bei direkter Gewalteinwirkung beschädigt

Band = Verbindung zwischen zwei Knochen

Kreuzbänder, verbinden Oberschenkel und Unterschenkel, außerdem gibt es Innen- und Außenband
Kreuzbänder, Innen- und Außenband verbinden Ober- und Unterschenkel
Druck auf Stehendes (fixiertes) Knie -> Knorpelschaden

Entzündung -> mehr Gelenkwasser -> "dickes Knie"

operativ entfernter Meniskus -> langfristig Schäden durch Reibung der Knochen aufeinander

Sehnenverletzungen sind selten
Sehne = Verbindung zwischen Muskel und Knochen

Bluterguss: sticht man eine Nadel ins Knie und sieht Blut -> sofort ins Krankenhaus!

Kann man stehen, ist i.d.R. kein Knochen gebrochen

Kernspintomographie zeigt wunderbares Bild von Knochen und Weichteilen, zeigt aber manchmal Verletzung nicht und ist vor allem keine Darstellung des Schmerzes (Schmerz = Phänomen im Gehirn)

Fleisch, Wein werden zu Harnsäure abgebaut, diese kann u.a. im Knie auskristallisieren -> Gichtanfall

Schleimbeutel = Flüssigkeitsgefülltes Kissen als Schutz vor äußeren Einflüssen, kann sich entzünden

bei Rheuma tut nicht nur das Knie weh, häufig hat man in der früh Probleme, die dann im Lauf des Tages besser werden
Gegensatz: bei Arthrose werden die Schmerzen im Lauf des Tages nicht besser

Gelenkmaus = abgebrochenes Knorpelstück im Knie, Schmerzen treten nur sporadisch auf (wenn eingeklemmt) und verschwinden wieder

X / O - Beine -> Korrektur durch Einlagen, sonst im Alter Arthrose

auch Ausstrahlungen von anderen Schäden außerhalb des Kniegelenks können Schmerzen im Knie verursachen, z.B. Hüftprobleme, arterielle Verschlusskrankheit oder Thrombose

Bei länger anhaltenden Schmerzen ist i.d.R. die Einnahme von Schmerzmitteln anzuraten, da der Schmerz sonst dauerhaft wird (Schmerzgedächtnis)

Kniebandage muss vorne ein Loch haben, um nicht die Kniescheibe an die Unterlage anzupressen

Schienen dienen dazu, um auch bei bei Knieverletzungen laufen zu können, damit Vorbeugung gegen Muskelschwund

Als schnelle Hilfe empfiehlt sich oftmals ein Handtuch mit kaltem Wasser ca. 20 min aufs Knie zu legen, dann sind die Schlagadern zusammengezogen und eine etwaige Blutung steht

"Hahnenkamm"-Spritze ins Gelenk ist möglich, ersetzt den Knorpel vorübergehend und hilft auf noch nicht vollständig geklärte Weise. Aber Vorsicht: Jede tausendste Spritze führt zu schweren Infektionen.

Kortisonspritzen ins Knie verringern spontan Schmerzen, aber führen zu Knorpelabbau und erhöhen Infektionsanfälligkeit. Nur sinnvoll, wenn derweil Muskeln aufgebaut werden.

Der Knorpel wird durch die Gelenkschmiere ernährt, die nur bei Bewegung zu diesem kommt -> normales Laufen sorgt für die beste Versorgung des Knorpels

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